Dr. med. vet. Dunya Reiwald, Bern
dipl. SHI, GST, DENVF

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Hundeerziehung

 


Katzenverhalten und Erziehungsmöglichkeiten

Das Haustier Katze ist im Gegensatz zu Hunden kein Meutetier sondern eher ein Einzelgänger. Natürlich gibt es auch Katzen die gerne in Gesellschaft leben, aber brauchen tut die Katze die Gesellschaft meistens nicht. Was sie braucht ist ein Revier und eine Bezugsperson die sie begrüssen kann, wenn sie dazu Lust hat. 

Das Territorium ist für die Katze das Wichtigste. Jagen ist ihre Hauptaktivität. Jeder Muskel ist dafür konzipiert, so schnell und präzise zu reagieren um zu jagen (die Katze verbringt 6-8 Stunden pro Tag mit 100-150 Angriffen von denen nur 10% erforlgreich sind!). Katzen kennen im Gegensatz zu Hunden keine Beschwichtigungssignale, kommen sie sich zu nahe, kommt es meistens zum Kampf und zu Wunden. Die Kommunikation dient dazu, Distanzen einzuhalten.

Sehen: unser kleines Haustier Katze sieht sieht sehr gut nachts und in die Tiefe, dafür sieht sie weniger Farben als der Mensch. Die Iris der Katzen verbreitet sich, wenn sie erschrickt oder Angst hat. Sie wird schmäler, wenn sie aggressiv wird.

Riechen: riechen ist lebenswichtig! Das Riechen ermöglicht es der Katze zu wissen, wer gerade im Garten war, und in welchem Sexualzyklus sich diese Katze befindet usw...

Schnurbart: ist für die Kommunikation von Bedeutung: ein ruhiges Tier hält ihn entspannt, bei Stress gehen die Haare gegen vorne und bei Angst werden sie gegen den Kopf gepresst.

Erziehung: Bei Katzen gilt ganz besonders: NIE BESTRAFEN. Oder wenn man so wütend ist, dass man es nicht lassen können, dann während der schlechten Tat, nicht nachher! Und der Katze zeigen was sie tun muss. Wenn Sie die Couch verkratzt, sie zum Kratzbaum bringen, wenn Sie auf den Teppich uriniert, aufs Katzenklo. Bestrafen würde das Vertrauen zwischen dem Menschen und der Katze verletzen.

Die sensible Phase geht von der 2. bis zur 7. Woche. Die Katzenwelpen dann sanft zu manipulieren ist von Vorteil. Somit lernt sie, dass in die Arme genommen zu werden nichts Bedrohliches ist. Berühren Sie die Ohren, die Pfötchen und das Maul. Somit kann ein Tierarzt später problemlos die Ohren oder das Maul untersuchen.

Aber das Jungtier sollte nur kurz festgehalten und losgelassen werden bevor es sich zu wehren anfängt. Mit der Zeit kann man es immer etwas länger halten.

Konsequenz ist sehr wichtig, wenn man von Erziehung redet. Einigen Sie Sich, was Ihre Katze darf und was nicht, damit sie nicht ungerechtfertigt bestraft wird.

Katzenklo: Viele Besitzer denken die Katze benutze das Kistchen automatisch, auch wenn es am falschen Ort liegt, nie geputzt wird und erst noch unangenehme Einstreu enthaltet ! Die Katze stellt auch an ihr WC Ansprüche, und kann sich für einen anderen Ort entscheiden, wenn es ihr nicht passt. Deshalb, kein Kistchen neben das Essen stellen, Einstreu wählen das der Katze passt, und täglich Kot und Klumpen entfernen. Pro Stockwerk und ca. 50m2 sollte ein Kistchen stehen.

Filous Name: Damit Filou begreift, dass er Filou heisst, muss er so oft wie möglich Positives mit diesem Namen in Verbindung setzen. Wenn man ihn zum Beispiel streichelt, wiederholt man seinen Namen leise, wenn man sein Futter vorbereitet, ruft man ihn beim Namen und gibt ihm etwas Feines aus der Hand während dem man seinen Namen wiederholt. Es kann nämlich sehr nützlich sein, dass eine Katze kommt wenn man ihr ruft, oder zumindest Antwort gibt, z.B. wenn sie im Schrank eingesperrt ist...

Schlafen: Die Lieblingsplätze der Katze geben Auskunft über ihre Bevorzugung und helfen dort weiche Liegeplätze einzurichten. Katzen schlafen gerne in Höhe an warmen Orten.

Beschäftigung: Katzen sind nachtaktiv, gewöhnen sich aber auch an den Rhythmus der Menschen. Wichtig ist, dass sie genügend Aktivitäten ausüben können. Dafür braucht es Unterschlüpfe, Verstecke, Kratzbäume, Tunnels (Sofas), Regale um nach den Vögeln draussen Ausschau halten zu können usw.

Eine viertel Stunde morgens und abends spielen ist nötig, wenn die Katze nicht raus kann. Dazu sind Spielzeuge nötig die der Katze Spass machen: Seile mit befestigten Mauspuppen, halbharte Seile mit befestigten Federn. Also Objekte die an Tiere erinnern, denn, Katzen jagen gerne, und zwar nicht wie Hunde Hetzjagden, sondern sie schleichen sich an um dann zuzupacken. Das nachzuahmen ist die Herausforderung!

Die Beute immer wieder aufschnaufen lassen, damit die Katze näher kommen kann, sie zittern lassen und ihre Laufgeschwindigkeit ändern. Die Katze soll auch die Beute fangen dürfen, das ist sehr wichtig und spricht gegen Laserpointer und Seifenblasen. Wer diese Zeit (1/2 Stunde/ Tag) nicht hat, sollte unbedingt mindestens ein Pipolino zur Verfügung stellen. Dieses Beschäftigungsspielzeug wird die Katze mehrere Stunden am Tag aktiv halten, denn sie wird um zu essen, damit spielen müssen- wird sich also spielend beschäftigen und wenn nötig sogar abmagern-. Zudem verschwinden z.T. Depressions- und Angstzustände. Auskunft: www.pipolino.eu oder in der Praxis

Spiel als Verhaltensmodulator, einige Erziehungsmöglichkeiten: Wenn eine Katze  ab einem bestimmten Geräusch immer erschrickt , kann versucht werden sie zu beruhigen indem ihr Lieblingsspiel hervorgenommen und sie damit abgelenkt wird. Damit werden Ruhe und Gelassenheit kommuniziert. 
Auch wenn zwei Katzen Streit haben, können Spielzeuge dazu beitragen die Tiere zu beruhigen und abzulenken. Mit der Zeit assoziieren sie das Zusammensein mit dem Spielen. Natürlich brauchen sie viele Verstecke und Rückzugsmöglichkeiten, wenn sie zusammen in einem Raum bleiben sollen.
Spielzeuge können Papiersäcke oder Plastikdeckel sein, aber nie Fäden oder sonstige leicht geschluckte Objekte. Wenn das Problem andauert, kontaktieren Sie eine/n Verhaltensmedizinerin. Die Katze könnte Schmerzen haben oder sonst ein ernsteres Problem.

 Quellen: Sarah Heath, Pam Johnson Bennett

N.B.: Verhaltenswissenschaften beruhen auf Beobachtung!

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