Interspecific communication or how to understand the canine language

It is astonishing, how little problems emerge from holding dogs as pets, if we consider that we, homo sapiens, descend from apes, and they, canis familiaris, come from the grey wolf. 

Dogs are incredibly accomodating, they proved it 15 000 years ago, when they joined men and adapted to their habits. Their language is mostly bodybound and olfactiv.

 Grundsätzlich ist dies der raffinierten Kommunikation dieser Vierbeiner zu verdanken. Diese dient bei sozialen Wesen, wie dies Hund und Mensch sind, Distanzen zwischen den Kommunizierenden zu vergrössern oder zu verringern, sowie eine Gruppe auseinander zu führen oder zusammen zu treiben. Ein Kommunikationsweg dafür ist die Aggression: Feinde oder Eindringlinge werden auf Distanz gehalten, oder in die Flucht gejagt, um Kämpfe zu vermeiden. Aggressionen dienen somit immer der Aufrechterhaltung einer gewissen Distanz, um Futter, Welpen oder Territorium zu beschützen. Geht es um Einnahme einer Beute, ist dies Beuteverhalten, und entspricht einer anderen Verhaltensweise: Annäherung des „Feindes“, Tötung und Fressen.

 Hunde müssen zur Arterhaltung und Kommunikation Aggressionen zeigen. Beuteverhalten dagegen kann durch Erziehung und gezielte Zucht so gut es geht ausgeschaltet werden.

Welpen werden bis zu etwa 8 Wochen von der Hündin erzogen und gepflegt. Sind mehr als 5 Welpen geboren, ist ein zweiter ausgeglichener erziehender Partner von Vorteil. Somit lernen die Jungen, was erlaubt ist und was nicht. Beim Spielen werden alle sozialen Regeln erfahren, durch Kontakte lernen sie sich kontrollieren. Werden die Welpen frühzeitig von der Mutter getrennt, sind Verhaltensstörungen zu erwarten.

Mit circa 8 Wochen kommen die herzigen jungen Knäuel zum neuen Besitzer, wo es vielleicht noch nie gesehene Kreaturen gibt: Kinder, ältere Menschen, Katzen usw. Die Welpen haben jetzt die Möglichkeit eine normale Beziehung zu diesen Wesen zu bilden, wenn sie oft genug mit ihnen in Kontakt treten. Werden diese Kontakte durch falsche Kommunikation von „asozialen“ Hunden oder durch Menschen gestört, können die Welpen Ängste oder Aggressionen entwickeln.

Kommen jugendliche Hunde in ein neues Zuhause, wo schon Hunde leben, ist Nichteingreifen wichtig,  damit die Hunde eine neue Hierarchie untereinander einrichten können. Verbietet zum Beispiel der ältere Hund dem jungen Neuen das Schlafen auf dem Sofa, ist es unklug, den Kleinen trotzdem rauf zu lassen, indem man dem weisen Alten erklärt, der Kleine dürfe auch weil.... Durch sein Handeln erklärt der Ältere lediglich, wer das Sagen hat. Das Eingreifen des Menschen verwirrt beide Hunde und kann zu Auseinandersetzungen führen. Zudem erfährt der Junghund nicht, wo sein Platz ist in der neuen Familie, und kann mit der Zeit Stressverhalten entwickeln.

Die Erziehung eines Welpen ist eine spannende, berührende Angelegenheit. Kommen die Informationen 1:1 durch, ist ein schneller Erfolg gesichert. Hapert es aber bei der Kommunikation, fragen wir uns, weshalb dieser Hund bloss so stur ist, obwohl er einfach nicht versteht, was wir von ihm wollen. Hunde sind auf Nase und Augen angewiesen, Menschen vermehrt auf Zunge (Sprache) und Ohren. Deshalb ist es von Vorteil, gesprochene Befehle mit Gestik zu verbinden, um dem Hund die Arbeit zu erleichtern. Studien haben gezeigt, dass eine bimodale Kommunikation (z.B. Lippenbewegung und Ton) die Antworten der Hunde verbessern.

Auch sollten wir uns bemühen, dem Hund die Möglichkeit zu kommunizieren nicht zu versperren. Ein Hund der an der Leine ist, kann sich nicht frei bewegen und wird sich körperlich anders verhalten, als wäre er frei.

 Folgende Beispiele erläutern kommunikationsbedingte Verhaltensstörungen:

Der Malinois Lucky bellt immer in Abwesenheit seiner Besitzerin. Diese erklärt ihm zwar deutlich, wenn sie geht, dass er keine Angst haben muss, sie bald zurück komme und sie ihn fest liebe. Er bekommt sogar ein Leckerli, während sie ihn tröstet. Wie versteht das Lucky? Sie bereitet sich vor, er nähert sich und wird voll wahrgenommen und getröstet. Die Worte tönen mild und angstbefreiend, und Lucky ahnt, dass Schlimmes bevorsteht. Er wird immer wachsamer, weil er versteht, dass er als Verantwortlicher jetzt etwas unternehmen muss. Dann lässt ihn Frauchen da stehen, nachdem sie ihm mit einem Blick nochmals deutlich zu verstehen gibt, dass er alles in den Händen hat. Lucky sieht seine geliebte Partnerin verschwinden, wo er sie doch beschützen sollte! Was tut er? Er fängt an zu bellen und heult, wie es Wölfe tun, wenn sie mit fernen Artgenossen kommunizieren wollen.

 

Der Appenzeller Bello knurrt oft andere Hunde an, wenn sie ihm zu nahe kommen. Der Besitzer sagt dann immer etwas genervt: “Bello lieb sein, lieb sein!“. Dies ist für Bello alles andere als verständlich und könnte sogar für ihn bedeuten: “Bello pass auf, pass auf!“, was aus einer rein mitteilenden Sprache (Knurren) eine Aggression bewirken könnte.

 

Viele Probleme entstehen um den Futternapf. Dieser sollte grundsätzlich jederzeit von den Besitzern entfernt werden können. Es gibt aber Ausnahmen: so ist einem Welpen, der im Tierheim ums Futter kämpfen musste, in den ersten Wochen auf keinen Fall der Napf wegzunehmen.

 

Kommt ein Baby zur Welt, ist es unklug den Hund zu entfernen, da er sich nicht an das neue Wesen gewöhnen und Eifersucht entstehen kann. Natürlich sollte aber das Baby nicht alleine mit dem Hund gelassen werden.

 

Im Wolfsrudel, also dort wo unsere Hunde alle ursprünglich herkommen, ist ein einziger Wolf Oberhaupt der Gruppe. So sieht das jeder Hund auch heute, ob Pitt Bull, Schäferhund oder Mops, einer in der Gruppe muss die Führerrolle übernehmen. Tut dies nicht der Mensch, fühlt sich der Hund dessen verpflichtet und wird erheblich belastet. Denn er ist jetzt derjenige der kontrollieren muss, dass er respektiert wird, dass keinem etwas passiert, dass keine Gefahr lauert, dass das Territorium nicht betreten wird und vielleicht sogar, dass Frauchen mit Herrchen keinen zu engen Kontakt hat! Denn er ist als Chef derjenige, der die Fortpflanzung reguliert.

 

Bei fast 50% aller Abweisungen von Hunden liegt ein Kommunikationsproblem am Ursprung. Deshalb ist der Prävention eine solch grosse Rolle beizumessen. Es ist unsere Pflicht als Hundehalter, mit unseren Lieblingen so klar und hundespezifisch wie möglich zu kommunizieren um psychische Überlastung, Ängste oder gar unnötige Aggressionen zu vermeiden.

Werden die Störungen von einer Fachperson frühzeitig diagnostiziert, und adäquat behandelt, können vielen Tieren das Tierheim oder gar eine Euthanasie erspart werden.

 

 

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