When the eyes tell us what is the matter

 

„Wenn seine Augen so tränen, kommen mir auch die Tränen!“, sagt Frau W genervt. Sie sitze in ihren Schaukelstuhl und wisse nicht was tun, nachdem sie Habins Augen schon mit allen möglichen Salben und Tropfen behandelt hätte.

Habin ist eine sehr schöne Perserkatze von zwölf Jahren.

Eigentlich ist es ihr immer gut gegangen, bis auf einmal, ihre Augen vor etwa fünf Wochen angefangen hätten zu tränen und sie nicht mehr essen wollte als Frau W umgezogen ist. Die Tränen hätten Frau W zuerst noch kalt gelassen, doch die Anorexie war unerträglich. Ein Tier vor dem vollen Napf weglaufen zu sehen, sei das Schlimmste, was es gäbe!

Zudem sei sie sehr ruhig geworden, fast unerträglich ruhig, käme zwar schon noch um gestreichelt zu werden, was sie über alles liebt, hätte sich aber schon sehr abgesondert.

Ich frage noch, was sie gerne frass, als sie noch frass, und ob sie ängstlich sei. Ob sie Wärme oder Kälte bevorzuge und wie selbstsicher sie sich fühle.

Somit habe ich die Grundinformationen und kann dem Büsi eine homöopathische Arznei verschreiben. Und zwar ein „Akutmittel“, welches sie sofort bekommt, und ein „Konstitutionsmittel“, welches ich noch herausfinden muss und der Kundin dann per Post zuschicken werde.

Während dem langen Gespräch hat sich Habin in der Mitte der Praxis auf den Teppich ausgestreckt und beobachtet uns, was über die Selbstsicherheit schon einiges aussagt.

Habin ist fit. Sein Herz schlägt kräftig und er atmet beschwerdenfrei. Mager ist sie nicht, weshalb die Anorexie nicht ganz so schlimm sein konnte. Trotzdem bekommt sie noch ein Ergänzungsfutter, was sie mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgen soll neben den homöopathischen Augentropfen.

 

Frau W bedankt sich und nimmt das Büsi in den Arm, bevor sie sich verabschiedet. Habin faucht noch kurz, bevor sie in die Katzenkiste verschwindet, dies halte ich auch fest, charakterisiert es doch dieses Büsiindividuum!

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